Über den Entdecker der Schüßler-Salz-Therapie – Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler

Wilhelm Heinrich Schüßler wurde am 21.08.1821 in Bad Zwischenahn geboren und lebte ab seinem zehnten Lebensjahr in Oldenburg. Seine Eltern waren der Amtmann Heinrich Nicolaus Schüßler und seine Frau Margarete Catharina Schüßler, geborene Hedden.

Da Schüßler und seine vier Geschwister in ärmlichen Verhältnissen aufwuchsen, arbeitete er nach der Schule zunächst als Amtsschreiber im Stadtmagistrat Oldenburg. Schüßler war autodidaktisch sehr begabt, lernte sechs Fremdsprachen, um anschließend als Sprachlehrer zu arbeiten.

Für sein Medizinstudium ging er 1852 an die École de Médicine in Paris, doch schnell zog es Schüßler zurück nach Deutschland. Er setzte sein Studium in Berlin fort und promovierte 1855 in Gießen. Danach ging er für drei Semester nach Prag, wo er sich vor allem im Bereich der Homöopathie weiterbildete.

Kurz nach seiner Approbation ließ er sich 1858 als praktizierender Homöopath in seiner Heimatstadt Oldenburg nieder. Drei Jahre später trat er dem Deutschen Zentralverein Homöopathischer Ärzte bei.

Er verfasste in den folgenden Jahren mehrere Abhandlungen über seine Heilmethoden. Erzählungen zufolge setzte sich Dr. Schüßler sehr für seine Patienten ein. Finanziell schwache Menschen behandelte er z. B. kostenlos und auch sonst hielt er sein Honorar möglichst gering. Die Mittagspause nutzte er für Krankenbesuche.

Kurzvita Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898)

1852 Medizinstudium an der École de  Médicine in Paris
1855 Promotion in Gießen
1858 Niederlassung als praktizierender  Homöopath in Oldenburg
1861 Beitritt im Deutschen Zentralverein Homöopathischer Ärzte
1874 Veröffentlichung seiner  biochemischen Heilweise  („Eine abgekürzte Therapie“) mit  12 Funktionsmitteln

Im 19. Jahrhundert kam es aufgrund verschiedener Entdeckungen in der Wissenschaft zu einem Paradigmenwechsel, da die neuen Erkenntnisse einen großen Einfluss auf die wissenschaftliche Grundauffassung hatten.

Ein Wissenschaftler, der die Denkweise Schüßlers stark beeinflusste, war der Niederländer Prof. Jacob Moleschott (1822–1893).  Seine Arbeiten befassten sich mit der Physiologie von Nahrungsmitteln und dem Stoffwechsel. Sein Buch „Kreislauf des Lebens“ lieferte Schüßler wertvolle Erkenntnisse, die wesentlich zur Entwicklung der biochemischen Heilweise – also der Therapie mit Schüßler-Salzen – beitrugen.

Ein Pionier der naturwissenschaftlichen Medizin war außerdem Rudolf Virchow (1821–1902). Er befasste sich mit der Zellularpathologie, die besagt, dass Krankheiten auf Störungen innerhalb der Körperzellen bzw. ihrer Funktion basieren.

Um 1870 kam es zu einem Umdenken Dr. Schüßlers. Er schlussfolgerte, dass Störungen in einzelnen Zellen des Menschen durch eine gestörte Mineralstoffverwertung ausgelöst werden können.

Ausgehend von der ihm bestens bekannten Homöopathie war Dr. Schüßler auf der Suche nach einer neuen Therapieform, die auf einfachen Regeln und möglichst wenigen Präparaten basiert.

Seiner Theorie zufolge entstehen Krankheiten durch eine Störung in der Mineralstoffverwertung innerhalb der Zellen, wodurch der gesamte Stoffwechsel ins Ungleichgewicht gerät. Darauf aufbauend identifizierte er die in den Zellen und Geweben vorkommenden Mineralstoffverbindungen, um sie in seiner Therapie einzusetzen. Heute werden diese als Schüßler-Salze oder auch als Lebenssalze bezeichnet.

Dr. Schüßler nannte seine Heilmethode „Biochemie“, da sie auf physiologisch-chemischen Vorgängen im menschlichen Körper und zellularpathologischen Beobachtungen beruht. „Bios“ bedeutet auf Deutsch „Leben“, und „Chemie“ bezeichnet die Wissenschaft der Elemente.

Dr. Schüßlers Therapieansatz bestand darin, Zellen mit gestörtem Mineralstoffwechsel durch die Gabe von Zell- und gewebetypischen Mineralsalzen in geringen Mengen einen Impuls zu geben. Hierfür verwendete er zwölf Mineralsalze, die nach damaligem Wissensstand eine wichtige Rolle für den Ablauf aller wichtigen Funktionen im Körper waren. Schüßler war überzeugt, mit diesen zwölf Schüßler-Salzen viele Krankheiten heilen zu können.

Schüßler-Salz Deutsche Bezeichnung Lateinische Bezeichnung
Schüßler-Salz Nr.1 Kalziumfluorid Calcium fluoratum
Schüßler-Salz Nr.2 Kalziumphosphat Calduzu phosphoricum
Schüßler-Salz Nr.3 Eisenphosphat Ferrum phosphoricum
Schüßler-Salz Nr.4 Kaliumchlorid Kalium chloratum
Schüßler-Salz Nr. 5 Kaliumphosphat Kalium phosphoricum
Schüßler-Salz Nr. 6 Kaliumsulfat Kalium sulfuricum
Schüßler-Salz Nr. 7 Magnesiumphosphat Magnesium phosphoricum
Schüßler-Salz Nr. 8 Natriumchlorid Natrium chloratum
Schüßler-Salz Nr. 9 Natriumphosphat Natrium phosphoricum
Schüßler-Salz Nr. 10 Natriumsulfat Natrium sulfuricum
Schüßler-Salz Nr. 11 Silizium Silicea
Schüßler-Salz Nr. 12 Kalziumsulfat Calciurn sulfuricurn

Es werden nur die Mineralstoffe verwendet deren physiologische Funktion eindeutig geklärt ist.
Die Potenzierung (Verdünnung) verleiht den Schüßler-Salzen ihre einzigartige Qualität: Die homöopathische Zubereitung dient der Vereinzelung der Moleküle. Die Mineralstoffe werden so direkt über die Munndschleimhaut aufgenommen und sind schnell im Körper verfügbar.

1873 erschien die erste Veröffentlichung zu seinen Theorien: der Artikel „Eine abgekürzte Therapie gegründet auf Histologie und Cellularpathologie“.

Als Medium wählte er die Allgemeine Homöopathische Zeitung, die damals als Zentralorgan der homöopathischen Ärzte galt und mittlerweile zu den ältesten noch erscheinenden medizinischen Fachzeitschriften zählt.

Nur ein Jahr später erschien die erste Auflage seines Buches „Eine abgekürzte Therapie“, mit zunächst nur 16 Seiten. Bis 1933 wurden immer neue Auflagen des Buches veröffentlicht, die am Ende 60 bis 70 Seiten umfassten. Mit dem Titel wollte er ausdrücken, dass seine Heilmethode in der Regel einfach und schnell angewendet werden kann.

Ein Grundprinzip der Homöopathie führte er auch in der neuen Heilmethode fort. Wie in der Homöopathie werden die Schüßler-Salze potenziert (verdünnt). Mineralstoffe in feinsten, molekularen Mengen können nämlich direkt von den Zellen in der Mundschleimhaut aufgenommen werden. Höher konzentrierte Präparate hingegen gelangen direkt in den Magen und werden dort durch die Magensäure in nicht verwertbare Bestandteile zerlegt.

Während die Homöopathie auf dem Ähnlichkeitsprinzip beruht (ein Mittel zu verabreichen, das in höherer Konzentration bei einem gesunden Menschen zu den gleichen Symptomen wie bei der zu behandelnden Erkrankung führt), werden bei Schüßler-Salzen dagegen nur Mineralstoffe verwendet, die in gleicher Form auch im Körper vorhanden sind.

Die Heilmethode von Dr. Schüßler wurde auch nach seinem Tod weiter praktiziert und weiterentwickelt. Aufgrund neuer Erkenntnisse kamen folgende Erweiterungsmittel hinzu, die als Ergänzungssalze bekannt wurden:

Schüßler-Salz Deutsche Bezeichnung Lateinische Bezeichnung
Schüßler-Salz Nr. 13 Kaliumarsenit Kalium arsenicosum
Schüßler-Salz Nr. 14 Kaliumbromid Kalium bromatum
Schüßler-Salz Nr. 15 Kallumjodid Kalium jodatum
Schüßler-Salz Nr. 16 Lithiumchlorid Lithium chloratum
Schüßler-Salz Nr. 17 Mangansulfat Manganum sulfuricum
Schüßler-Salz Nr. 18 Calciumsulfid Calcium sulfuratum
Schüßler-Salz Nr. 19 Kupferarsenit Cuprum arsenicosum
Schüßler-Salz Nr. 20 Alaun Kalium aluminium sulfuricum
Schüßler-Salz Nr. 21 Zinkchlorid Zincum chloratum
Schüßler-Salz Nr. 22 Calciumkarbonat Calcium carbonicum
Schüßler-Salz Nr. 23 Natriumbikarbonat Natrium bicarbonicum
Schüßler-Salz Nr. 24 Arsentrijodid Arsenum jodatum
Schüßler-Salz Nr. 25 Gold-Natriumchlorid Aurum chloraturn natronaturn
Schüßler-Salz Nr. 26 Selen Selenium
Schüßler-Salz Nr. 27 Kallumbichromat Kalium bichromicum
Auch Dr. Schüßler selbst schloss nicht aus, dass noch weitere Stoffe entdeckt werden könnten, die essenziell für den Körper sind und darum dem Sortiment der biochemischen Funktionsmittel hinzugefügt werden sollten. So nahm er z.B. an, dass Kupfer und Jod keine wichtige Funktion im Organismus haben, doch mittlerweile sind sie als essenzielle Spurenelemente bekannt. Spurenelemente werden vom Organismus zwar nur in sehr geringen Mengen benötigt, sind aber dennoch unentbehrlich.

Bis heute passt die Heilmethode aus dem 19. Jahrhundert gut in unsere Zeit. Denn ihr Entdecker hat enormen Weitblick bewiesen! Schüßlern erfüllt Ansprüche, die vielen Menschen heutzutage wichtig sind. Dazu zählt z. B. die ganzheitliche Ausrichtung der Therapie mit Schüßler-Salzen sowie das ursächliche Wirkprinzip der Salze, das den Stoffwechsel der Zellen unterstützt. Dadurch wirkt die Therapie nachhaltig – ein Anspruch, an dem Menschen sich in allen Lebensbereichen orientieren.

Was für Ressourcen und das Klima gilt, sollte auch für den eigenen Körper und besonders bei der Behandlung von Beschwerden Gültigkeit haben.

Auch die individuelle Behandlung ist ein Therapiemerkmal, das heute voll im Trend liegt. Medizin soll gezielt auf die eigenen Bedürfnisse und Erwartungen eingehen und möglichst frei von Nebenwirkungen sein. Hier punktet Schüßlern mit Salz-Vielfalt und zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten – ohne Nebenwirkungen.

So kann sich jeder seine ganz persönliche Behandlung zusammenstellen. Ein besonderes Plus in punkto Individualität bieten Schüßler-Salze von Pflüger: Hier ist auch die Darreichungsform individuell. Neben den beliebten Tabletten gibt es alle Salze von Pflüger auch als Pulver – besonders praktisch für alle Kombinationsanwendungen und das rückstandslose Auflösen in Wasser.

Bei Laktose-Unverträglichkeit sind Tropfen die richtige Wahl. Cremes und Lotionen ergänzen das Angebot für die äußere Anwendung.


Schüßlern ist eine Therapie, die sich ganz auf die persönlichen Bedürfnisse einstellt.Vielen Dank dafür, Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler!