Reisen führen uns in nahe, aber immer häufiger auch in ferne Länder. Dort herrschen oft andere Bedingungen, als wir sie von zu Hause gewohnt sind, z. B. scharfe Gewürze, ungewohnte Speisen, Hitze oder hohe Luftfeuchtigkeit.

Das kann stressig für die Gesundheit werden. Kopfschmerzen, Schwindel, Magenschmerzen, Schnupfen oder Durchfall sind dabei typische „Reisekrankheiten“.

Die richtige Planung macht’s

Je nachdem wie empfindlich Sie auf klimatische, hygienische oder kulinarische Faktoren reagieren, entscheidet sich schon bei der Wahl des Reiseziels, ob und inwieweit der Urlaub Ihre Gesundheit beansprucht. Wer diese Faktoren – und auch eventuelle medizinische Bedürfnisse – bedenkt, macht schon vieles richtig.

Was kommt auf den Teller?

Eine gesunde Küche finden Sie u. a. rund um das Mittelmeer in Griechenland, Italien oder Spanien. Dort kommen viel Obst, Gemüse und pflanzliche Öle auf den Tisch – eher seltener dagegen Fleisch. Zudem decken Küstenländer mit Fischfang den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren gut ab. Am häufigsten werden Fisch oder Meeresfrüchte z. B. in Portugal oder in den skandinavischen Ländern serviert.

Auch wenn es verführerisch erscheint, lassen Sie sich im Urlaub nicht auf ungesunde oder allzu fettige Mahlzeiten ein. Das kann in manchen Ländern, in denen es z. B. viel Frittiertes gibt, eine echte Herausforderung für den Magen und die Verdauung sein. Es gibt heutzutage fast immer gesunde Alternativen, man muss nur die Augen offen halten.

Leben wie ein Insider

Passen Sie sich dem Klima an. Am besten gelingt das, wenn man sich viel bei den Einheimischen abschaut. Wenn mittags die Straßen leergefegt sind, dann sollte das für Sie kein Anreiz sein, jetzt mit dem Mountainbike oder zum Joggen loszuziehen.

Unterschätzen Sie nicht die Wirkung der prallen Sonnenstrahlen auf Kopf und Körper – insbesondere zur Mittagszeit. Legen Sie lieber, so wie es die Einheimischen in heißen Ländern machen, eine Siesta ein. Das gilt besonders, wenn man in großen Metropolen unterwegs ist.

Die richtige Kleidung

Packen Sie lockere Kleidung in Ihren Koffer. Am besten sind Stoffe aus Baumwolle, Leinen oder Seide. Sie sorgen für einen optimalen Luftaustausch und verhindern einen Hitzestau.

Unbedingt mit ins Gepäck sollte ein Kopfschutz, der auch den Nacken bedeckt, z. B. ein großer Hut mit Krempe oder eine Kappe mit Nackentuch. Trotzdem sollten Sie eine Jacke oder einen leichten Schal auch im Sommerurlaub nicht vergessen. Insbesondere am Meer kann es manchmal unerwartet windig sein.

Sonnenstich

Setzt man den Kopf zu viel Sonne aus, kann es leicht zu einem Sonnenstich kommen. Die intensive Sonneneinstrahlung reizt die Hirnhäute und die Halswirbelsäule. Daraus kann sich ein Ödem (Wasseransammlung) entwickeln, das Druck auf das Schädelinnere ausübt. Der Körper reagiert mit Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen.

Seien Sie wählerisch beim Essen

„Cook it, boil it, peel it or forget it“ (kochen, braten, schälen oder verzichten) – wer einen empfindlichen Magen hat und nicht mit der Küche vor Ort vertraut ist, sollte sich an diese Regel halten: Wählen Sie gut durchgebratene Fleisch- und Fischspeisen. Alles was mit dem regionalen Wasser ungekocht zubereitet wird, wie Eiswürfel, Fruchtsäfte und Blattsalate, ist zu meiden. Für den ungeübten Magen sind scharf gewürzte Speisen mit Vorsicht zu genießen. Tasten Sie sich langsam an Ihren persönlichen Schärfegrad heran.

Die meisten regionalen Küchen bieten eine große Auswahl an Gemüse und Obst sowie Ballaststoffe wie Reis, Nudeln und Kartoffeln. Greifen Sie hier zu. Fettgebackenes und stark ölhaltige Speisen liegen eher schwer im Magen.

Reisedurchfall

Die Darmflora besteht aus einem gesunden Gleichgewicht an Bakterien. Dieses kann im Urlaub durch eine veränderte Ernährungsweise empfindlich gestört werden. Meistens bringen Bakterien, Viren oder Gifte von Einzellern den Darm aus der Balance. Durchfall zusammen mit Bauchschmerzen und Übelkeit können schnell einen Großteil des Urlaubs verderben. Die Beschwerden halten meist drei bis fünf Tage an. Wichtig ist hier, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und gegebenenfalls auch einen Arzt hinzuzuziehen.

Viel trinken

Vorsicht mit offenen Flaschen. Sie sind eine Einladung für Keime oder Insekten. Öffnen Sie, wenn immer möglich, Ihre Flasche sicherheitshalber selbst. Auch mit Leitungswasser sollten Sie vorsichtig umgehen. Die Qualität des Leitungswassers wird in kaum einem Land so gut überwacht, wie in Deutschland. Besser Sie kochen das Wasser in fernen Ländern ab, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Hitzschlag

Beim Hitzschlag bricht der Kreislauf zusammen. Grund dafür ist Überhitzung und Flüssigkeitsmangel. Der Körper versucht die Temperatur zu senken und produziert deswegen mehr Schweiß. Gleichzeitig verstärkt sich die Durchblutung der Haut durch erweiterte Blutgefäße. Kann der Körper den Hitzestau z. B. durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr nicht mehr regulieren, bricht der Kreislauf zusammen. Hier ist in jedem Fall ein Arzt hinzuzuziehen.

Entspannen am Strand

Wer sich einen Strandurlaub gönnt, legt mit zu viel Sonne und Ruhe am Strand den Kreislauf lahm. Vergessen Sie vor allem nicht, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Tun Sie Ihrem Kreislauf etwas Gutes und kühlen Sie sich stündlich im Meer oder im Pool ab. Tauchen Sie Ihre Füße beim Strandspaziergang ruhig etwas ins Meer ein, das ist nicht nur erfrischend, sondern kräftigt auch die Wadenmuskulatur.

Immer eingecremt in die Sonne

Packen Sie genügend Sonnencreme in Ihren Koffer. Dabei sollten Sie das Verfallsdatum bei geöffneten Tuben prüfen. Eine geöffnete Sonnencreme aus dem letzten Urlaub bietet evtl. keinen optimalen Schutz mehr.

Sonnencreme verlängert den natürlichen Sonnenschutz der Haut. Achten Sie darauf, immer eingecremt in die Sonne zu gehen und regelmäßig nach dem Schwimmen nachzucremen. Vergessen Sie dabei nicht die Sonnenterrassen, d. h. Ohren, Nacken, Füße und Nase. Beginnen Sie den Sonnenurlaub mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF). Übrigens: Auch im Schatten oder bei bewölktem Himmel kommt noch 50 % der UV-Strahlung durch.

Eigenschutz der Haut und Lichtschutzfaktor

Sie kennen Ihre Haut am besten. Die Zeit, die Sie bedenkenlos in der Sonne verbringen können, ist Ihre Eigenschutzzeit.

Ein Beispiel: Sie haben eine empfindliche Haut. Es dauert 10 Minuten, bis Sie eine Rötung auf der Haut sehen? Das ist Ihre Eigenschutzzeit. Mit einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 20 könnten Sie sich theoretisch 20 x 10 Minuten also 200 Minuten für diesen Tag in der Sonne aufhalten. Je höher der LSF, desto höher die Schutzzeit.

Sonnenbrand

Sonne tut der Seele gut. Sonnenstrahlen streicheln die Haut und wecken Glücksgefühle. Das verführt leicht dazu, sich zu lange in der Sonne aufzuhalten. Besonders die UVB-Strahlen schädigen die Zellen der Oberhaut. Ist die Strahlung gering, schafft es das körpereigene Reparatursystem, die geschädigten Zellen zu heilen. Die Rötung entsteht durch die stärkere Durchblutung. Der Körper sendet vermehrt weiße Blutkörperchen in die geschädigten Hautregionen, um die abgestorbenen Hautzellen abzutransportieren. Es entstehen Schwellungen und Blasen. Nach einigen Tagen erneuert sich die Zellschicht der Oberhaut. Sie wirft die abgestorbenen Zellen ab – die Haut schält sich.

Die Reiseapotheke – auf alle Fälle vorbereitet!

Unser Tipp: Bei vielen Reisebeschwerden können Sie Ihre Gesundheit mit Präparaten der Alternativmedizin auf schonende und natürliche Art und Weise unterstützen. Hier stehen Ihnen Arzneien für unterschiedliche Bedürfnisse zur Verfügung, die Ihnen kurz-, aber auch langfristig helfen können. In der Regel frei von Nebenwirkungen sind sie für die ganze Familie geeignet.

Work-out für Langstreckenflieger
Wer lange fliegt, sollte sich ab und zu ein bisschen Bewegung gönnen. Diese einfachen Übungen beugen Thrombosen vor und vertreiben Müdigkeit und Langeweile:

  • Ihre Füße stehen flach auf den Boden. Wippen Sie abwechselnd von Fußballen zu Fersen hin und her.
  • Heben Sie die Knie abwechselnd an. Das lockert Ihre Hüften.
  • Spannen Sie den Bauch an. Drücken Sie nun den Rücken fest in die Lehne. Schieben Sie die Hüfte nun nach vorne. Immer im Wechsel vor und zurück.
  • Drücken Sie den oberen Rückenbereich an die Lehne und wiegen Sie sich mit kleinen Bewegungen hin und her.
  • Ziehen Sie im Wechsel mal die rechte mal die linke Schulter nach oben. Danach beide Schultern abwechselnd kreisen lassen.
  • Falten Sie die Hände vor den Bauch. Strecken Sie die Arme leicht angewinkelt nach vorne und drehen Sie die Handflächen mit den ausgestreckten Armen mal nach rechts und mal nach links.